Evangelisch-lutherische
Kirchengemeinde
Eckersdorf
St. Ägidius

27.05.15: Gedanken zur Sonnenfinsternis von Pfarrerin Gabriele Günther

Liebe Leserinnen und Leser,
können Sie sich noch an die letzte Sonnenfinsternis erinnern? So lange ist das noch gar nicht her. Dieses außergewöhnliche Ereignis am Himmel geschah am
20. März. Viele Menschen, jung und alt, sahen mit großer Spannung dieser seltenen Konstellation der Himmelskörperentgegen. Und wir alle wussten, die
nächste Sonnenfinsternis werden wir in dieser Form wohl nicht mehr miterleben. In den Schulen, ja sogar in den Kindergärten richtete man sich darauf ein.
Die Schutzbrillen, die man brauchte, um gefahrlos in die sich allmählich verdunkelnde Sonne zu schauen, waren Tage und Wochen vor dem Ereignis ausverkauft.
Fragen beschäftigten die Menschen: Wo wird man in Deutschland den besten Blick auf die Sonnenfinsternis haben? Wird das Wetter überhaupt mitspielen?
Kann ich mir selbst eine Sehhilfe bauen, um gefahrlos in die Sonne schauen zu können?
Und dann war sie endlich da, die „Sofi“! Man sah erstaunte, fröhliche und fragende Gesichter hinter den Sonnenbrillen. Vielleicht waren manche auch
enttäuscht, wenn sie sich an die letzte Sonnenfinsternis erinnerten. Die geschah am 11.August 1999. Damals kam es zu einer totalen Verdunkelung der Sonne. Noch heute berichten die Beobachter von einst, wie sich plötzlich etwas veränderte. Ruhe trat ein, die Vögel hörten auf zu singen. Und mitten am Tag wurde es wirklich dämmrig und die Farben verloren ihre Kraft.
In manchen Kirchen wurden kurz die Glocken geläutet. Das war sicherlich nicht geplant, vielmehr geschah es wohl eher spontan. Für kurze Augenblicke erlebte
man ein Naturereignis, das man mit Hilfe der Wissenschaft berechnen, vorhersehen und erklären kann. Aber die Glocken erinnerten noch an etwas anderes.
Wir bekommen etwas Wunderbares geschenkt, das wir niemals herstellen oder gar beeinflussen können.
Immer wieder ist in der Bibel die Rede von Gott, der die Sonne und das Licht in unserem Leben ist. Er hat das Licht auf der Erde und die Gestirne am Himmel
geschaffen. Bei der Sonnenfinsternis hat er uns einen ganz besonderen Teil seiner Schöpfung sehen lassen. Wir können nur dankbar staunen!
Und wenn wir jetzt in diesen Sommertagen, öfters als sonst im Jahr , unser Gesicht der Sonne zuwenden und uns von deren Strahlen wärmen lassen, dürfen wir etwas erleben, von dem auch die Bibel erzählt:
„Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und der Mond nicht den Schein verlieren; denn der Herr wird dein ewiges Licht sein.“ Jesaja 60,20

Ich wünsche Ihnen viele solcher Sommer-Sonnen-Augenblicke!

Ihre
Gabriele Günther

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