Evangelisch-lutherische
Kirchengemeinde
Eckersdorf
St. Ägidius

26.06.17: Gedanken von Pfarrerin Gabriele Günther zu Martin Luther

Liebe Leser,
da steht er nun neben mir auf dem Schreibsch. Und während ich diese Zeilen schreibe, betrachte ich ihn noch einmal ausgiebig, den kleinen Luther. Er ist nur
siebeneinhalb Zenmeter hoch. Ein Spielzeughersteller hat es zum 500-jährigen Reformaonsjubiläum möglich gemacht. Wir kennen sie alle, diese Figuren. Seit jeher begeistern die Indianer, Polizisten und Prinzessinnen unsere Kinder und sind aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken. Als aber der erste kleine Luther vom Band ging, war er innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Er ist ja auch schön anzuschauen!
Er hält eine Schreibfeder in der Hand und in der anderen eine Bibel, das Markenzeichen des Reformators. Martin Luther wollte, dass jeder die Bibel selbst lesen
und sich selbst ein Bild machen konnte. Und deshalb übersetzte er die Bibel in ein für alle verständliches Deutsch.
Was erfahren wir in der Bibel über Jesus Christus? Wie wird von Gott geredet?
Was hat das mit uns zu tun und mit unserem Leben? Wir sollen uns aber nicht nur mit diesen Fragen beschäftigen, sondern auch mit Anderen ins Gespräch kommen.
Als Leitfaden für seine Übersetzungsarbeit hat Luther den berühmten Satz „Dem Volk auf's Maul schauen“ geprägt.
Das ist nicht zu verwechseln mit „den Leuten nach dem Mund reden“. Nein, eine Bibel für ganz normale Leute in ganz normalem Deutsch sollte es sein. Und das hat er auch erreicht. Wir verstehen seine Übersetzung bis heute und manches ist uns so bekannt, dass wir aufmerken, wenn wir z.B. den 23. Psalm einmal in einer anderen Übersetzung hören oder lesen.
Die Lutherbibel ist ein vertrauter Begleiter geworden.
Kinderbibeln hat es jedoch zu Zeiten Marn Luthers noch nicht gegeben. Aber es hätte ihm sicherlich gefallen, die Geschichten der Bibel so zu überliefern, dass auch
die Kleinen etwas damit anfangen können. Ähnlich einem guten Spielzeug sind auch Kinderbibeln wichtig.
Sie regen dazu an, wesentliche Geschichten nachzuerzählen oder auch zu malen. Das prägt manchmal ein ganzes Glaubensleben lang.
Ich denke, neben Spielfiguren der unterschiedlichsten Art darf auch die Kinderbibel einen Platz im Kinderzimmer haben. Und über den kleinen Luther hätte sich der große Luther bestimmt gefreut. Denn schließlich trägt auch der das Markenzeichen der Reformation, die BIBEL, in seiner Hand.

Viel Freude beim weiteren Entdecken der Schrift wünscht Ihnen

Gabriele Günther

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