Willkommen in der Kirche St. Ägidius

Unsere Kirche...

Bild: Die Ansicht der St. Ägidiuskirche vom Tal her. ... St. Ägidius liegt wie eine Burg auf einem Felssporn, an der Stelle wo die Rhätschluchten des Lüchauen- und Salamandertales zusammenstoßen und von hier steil abfallen. Nur von der Westseite her ist der Zugang zum Kirchhof eben. Ähnlich vielen anderen Kirchen ist auch unsere nach Osten gerichtet, weil der Tradition christlichen Verständnisses folgend Christus nach Osten gen Himmel fuhr und von dort, aus der Richtung der aufgehenden Sonne, auch wiederkommen wird. Auch dass die Kirche unmittelbar von einem Friedhof, dem Gottesacker, umgeben wird, ist kein Zufall, sondern bringt insbesondere zum Ausdruck, dass für einen Getauften mit dem Tod zwar das irdische Leben endet, nicht aber die Gemeinschaft mit Christus:

Das Ende ist nicht der Tod, sondern das Leben.

 

 

Die Geschichte der Kirche:

Die Anfänge der Eckersdorfer Kirche und deren Alter liegen zwar im Dunkeln, weil uns darüber nur wenige urkundliche Aufzeichnungen bekannt sind. Dennoch lassen sich zumindest in der Folge einige Marksteine ihrer Geschichte nachzeichnen:
Das wohl erste Gotteshaus - übrigens in unmmittelbarem Schlossbereich auf dem Bergsporn - war eine Schlosskapelle, die Kilianskapelle. Ihr tatsächliches Alter ist uns unbekannt, doch können einige begründete Aussagen dazu getroffen werden:
Aufgrund ihrer Lage im Bereich des Schlosses und aufgrund des Kilianpatroziniums sowie des Kirchenpatronats im Allodialbesitz der Herren von Plassenberg - nachweislich erst 1487 dem Markgrafen zu Lehen aufgetragen - dürfte es sich bei der mittelalterlichen Kapelle um eine frühe Adelsgründung handeln, wahrscheinlich gebaut von edelfreien (?) Vorgängern der sich seit 1149 nach dem Ort nennenden Andechser Ministerialen "de Eckehartestorf". Vermutlich stammt also die Kilianskapelle aus jener Zeit, als unser Gebiet zum Einflussbereich der Würzburger Bischöfe gehörte, so dass ihre Entstehung weiter zurückreichen könnte als bis zum Jahr 1007, jenem Jahr, als das Bistum Bamberg gegründet wurde. In Urkunden aus dem Hochmittelalter begegnen uns immer wieder andechsische Ministeriale in Eckersdorf, so etwa 1149 ein "Udalricus de Eckerhartestorf", 1255 ein "Albertus de Ekkehartestorf" oder 1296 ein "Chunradus de Eckersdorf".
Ab 1420 sind dann die Plassenberger hier nachweisbar. Denn in diesem Jahr erwerben sie in Eckersdorf Besitz und üben von da ab für gut 200 Jahre die Ortsherrschaft aus.

Der Ursprung

Anfangs dürfte es in Eckersdorf nur diese eine Schlosskapelle gegeben haben, die besagte Kapelle St. Kilian. Noch in einer Urkunde von 1440 über das "Kurfürstlich- burggräfliche Kirchensystem" wird für das Amt Bayreuth, das damals zum Archidiakonat Kronach gehörte - das war einer der Kirchenbezirke der Diözese Bamberg - unter anderem auch Eckersdorf mit der Kapelle genannt. Die Eckersdorfer Kapelle war wie die Kapellen von Mistelgau, Stockau und Heilig Kreuz dem Bayreuther Pfarramt unterstellt, somit Filialkirche der Bayreuther Stadtpfarrkirche.
Bild: Zeichnung der Kirche Dem widerspricht scheinbar eine noch ältere Urkunde, das Steuerregister des Bistums Bamberg von 1421, in dem für Eckersdorf ein plebanus (- Pfarrer) aufgeführt ist und wo Mistelgau als Filialkirche von Eckersdorf genannt wird. Dieses Verzeichnis wurde erstellt, als zur Begegnung der anzunehmenden Hussitengefahr eine Klerikersteuer erhoben wurde. Für Eckersdorf musste ein Gulden entrichtet werden. Weil aber ein Gulden die geringste aller hier genannten Abgaben für unsere Region darstellt, kann für diese Zeit nur von einer kleinen und armen Pfarrei in Eckersdorf ausgegangen werden. Und diese existierte bereits wenige Jahre später nicht mehr, nämlich 1430, als nach dem Hussiteneinfall als dessen Folge wieder eine Abgabe, die Hussitensteuer, zu entrichten war.
Da ist nämlich nicht mehr von einem Eckersdorfer Pfarrer die Rede, sondern nur noch von einem "Kapellanus von Eckersdorf". Eckersdorf hatte somit nach dem Hussitensturm keinen eigenen Pfarrer mehr, war jetzt selbst von einer anderen Pfarrei abhängig, nämlich von der Pfarrei Bayreuth, von wo aus ein Kaplan die Gemeinde versorgte.
1457 ließen Gottfried und Hans von Plassenberg die durch den Hussiteneinfall stark in Mitleidenschaft gezogene Kapelle wieder in neuem Glanz erstrahlen, indem sie den Chor der Kilianskapelle renovierten, drei gotische Fenster in die Kapelle einbauten und diese mit gotischen Fresken ausmalten. Auf den Fresken ist unter anderem auch der heilige Ägidius dargestellt, für den die Plassenberger eine besondere Vorliebe hatten. Denn nach ihm, dem heiligen Ägidius, (Gilg - Ägidius), benannten sie ihren Eckersdorfer Adelssitz, das 1487 fertiggestellte Schloss, das St. Gilgenberg hieß. Anzunehmen ist, dass die Plassenberger vermutlich mit dem Bau des Schlosses und dem Übergang zu markgräflichem Lehen nicht nur den Eckersdorfer Burgstall, sondern gleichzeitig auch die Kirche dem Ägidius weihten.

Veränderung bis heute

Mit dem Einzug der Reformation in unsere Gegend entstand dann aus der ehemaligen Schlosskapelle das zweite Gotteshaus. 1526 war es Lorenz von Plassenberg, der damalige Besitzer des Rittergutes, der an die Kapelle ein Kirchenschiff anbaute, wobei er die ursprüngliche Kapelle als Altarraum weiter bestehen ließ. Die entstandene Kirche wurde so endgültig zur ordentlichen Pfarrkirche. In der Folgezeit kam es zu einer Reihe weiterer Veränderungen:
Bild vom Taufstein 1673 ließ Christian Sigmund von Lüchau, inzwischen Kirchenpatron von Eckersdorf, den alten Taufstein abreißen und durch einen neuen ersetzen, der noch heute in Gebrauch ist.
1677 gab er den Auftrag, eine neue Kanzel anzufertigen.
Und 1694 ließ Susanna Margaretha von Lüchau, seine Gemahlin und inzwischen als Witwe die Kirchenpatronin, auf der Kapelle den Kirchturm errichten, der dann am 21. September 1695, dem Freitag vor Michaelis, fertig wurde.

Bild: Stuckdecke Das dritte Gotteshaus, die St.-Ägidius- Kirche wie wir sie heute vorfinden, entstand unter preußischer Herrschaft nach den Plänen des Baumeisters Carl Christian Riedel. Damals wurde die bisherige und inzwischen "äußerst baufällig" gewordene Kirche instand gesetzt und vergrößert. Ein besonderes Schmuckstück stellt die vom ehemaligen markgräflichen Hofstukkator Adam Rudolph Albini gefertigte Stuckdecke dar.
1793 war der Aus- und Umbau der Kirche schließlich vollendet. Jahreszahl und preußisches Wappen über dem Kanzelaltar erinnern noch heute daran. Im Zuge des Kirchbaus wurde auch die Orgel repariert, die noch bis 1867 ihren Dienst tat, bis sie durch eine neue, vom Orgelbauer Weineck aus Bayreuth gefertigte, ersetzt wurde. Die jetzige Orgel stammt von der Firma Hoffmann aus Ostheim v.d.Rhön aus dem Jahre 1974.
Von 1983 bis 1987 wurde die Kilianskapelle restauriert. damit ging ein alter Wunsch aus den 20er Jahren endlich in Erfüllung, der wegen fehlender Finanzen jedoch immer wieder zurückgestellt werden musste. Jetzt endlich konnten die gotischen Fresken aus dem Jahre 1457 freigelegt werden. Zu ihrem 200. Geburtstag wurde die St.-Ägidius-Kirche renoviert, was aber nach dem Kirchenbrand des Jahres 2000 noch einmal 2001 geschehen musste.

 

Ein Rundgang durch die Kirche

Bild:Kanzelaltar

Der Kanzelaltar

Wenn man das Gotteshaus durch den Haupteingang betritt, fällt der Blick unweigerlich auf den Altar, der zusammen mit der Retabel und der Kanzel eine Einheit bildet und zu einem sogenannten Kanzelaltar verbunden ist und der sich in der Mitte des zugemauerten Triumphbogens des ursprünglichen Turmchores (jetzt renovierte Kilianskapelle) befindet, also im zentralen Bereich unserer Kirche. Hier ist der originäre Ort der Vergegenwärtigung Christi. Ein Kanzelaltar, wie in unserer Kirche, ist keine alltägliche Erscheinungsform in Kirchen, er ist vielmehr ein besonderes Merkmal evangelischer Kirchen unserer Region, die vor allem während der Markgrafenzeit geschaffen wurden.
Der älteste Teil unseres Kanzelalters ist der Altartisch von 1668, ein marmorierter Truhenaltar aus Holz mit auskragendem Sockel und Mensa, auf der sich ein Kruzifix und zwei Leuchter befinden. Ihm, dem Tisch des Herrn gilt unsere besondere Beachtung. Denn schließlich verstand man schon immer den Altar als Inbegriff des Glaubens:
Hier beten wir im Gottesdienst, von hier wird der Segen Gottes über Menschen gesprochen und hier versammelt sich die Gemeinde zum Abendmahl.

Da sich hinter dem Altartisch eine Rückwand (lat. Retrotabulum) befindet, wird nach dieser besonderen Form des Kanzelaltars jener auch als Retabelkanzelaltar bezeichnet. Die Rückwand, die Retabel, stellt die Verbindung zur Kanzel dar, in unserem Fall ein schmaler Aufbau mit zwei kleinen gewundenen Säulen auf Podesten, die mit Reliefs besetzt sind.

Dabei zeigt das linke Relief das Schweißtuch der Veronika, die der Legende nach mit ihrem Tuch Schweiß und Blut vom Gesicht des kreuztragenden Christus wischte. Auf dem Tuch bildete sich dabei das Gesicht Christi ab.

Das rechte Relief ziert das Stifterbild:
Es stellt Christian Sigmund von Lüchau dar, den Lehensherrn der beiden Ortschaften Donndorf und Eckersdorf und gleichzeitig auch den damaligen Kirchenpatron von St. Ägidius. Schließlich hat er 1668 den Kanzelaltar, so wie er heute zu sehen ist, einbauen lassen.

Zwischen beiden Reliefs in der Predella befindet sich ein schmales, rechteckiges Gemälde, das - ganz typisch für evangelisch-lutherische Kirchen - das Abendmahl darstellt.

Altartisch

Die Kanzel

Evangelist Johannes Evangelist Lukas Evangelist Markus Evangelist Matthäus

Unser Blick geht nach oben zur Kanzel, von wo aus im Gottesdienst die Predigt erfolgt. Da nach Luther die Predigt mehr ist als menschliches Wort des Predigers allein, sondern in ihr der Geist Gottes wirkt, gleichsam das menschliche Wort in das lebendige Wort Gottes verschmelzend, kommt der Kanzel, dem Ort solcher Wandlung, eine zentrale Bedeutung zu. Die Kanzel ist so platziert, dass die gesamte Gemeinde den Pfarrer sehen und selbstverständlich auch deutlich hören kann. Demnach ist die Kanzel ebenso wie der Altar, wo sich der Geistliche und das Gemeindemitglied gemeinsam am Tisch des Herrn zum Geben und Nehmen des Abendmahles einfinden, das Zentrum für die gottesdienstliche Versammlung. Diese Kanzel wurde vom Kulmbacher Bildhauer Johann Georg Brenck 1667 geschaffen und nachträglich über den Altar von 1668 eingebaut. Sie besteht aus fünf rundbogigen, von korinthischen Ecksäulchen abgegrenzten Flachnischen mit Figuren.
In der Mitte befindet sich Christus der Salvator, der menschenfreundliche Erlöser: Ihm gebührt der Mittelpunkt, nicht nur figürlich, sondern auch in der Predigt.
Auf der Kanzel ist er umgeben von den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Dem Prediger gleichsam Kraft verleihend sind sie ihm auch körperlich recht nahe an der Kanzel und wollen mit ihren aufgeschlagenen Büchern in den Händen ihn gleichsam vor der versammelten Gemeinde legitimieren. An ihr Wort ist der Pfarrer gebunden.
Über diesen fünf Feldern sind Engelsköpfchen zu sehen sowie ein weit vorkragendes profiliertes und verkröpftes Handlaufgesims.

Der Kanzeldeckel

Kanzeldeckel: Mose Kanzeldeckel: Johannes der Täufer

Unter dem Kanzeldeckel links und rechts der Kanzel befinden sich vergoldete Akanthuswangen, also Zierwerk der Rokokozeit, mit zwei Engeln, welche die Leidenswerkzeuge Christi tragen. Säulen verleihen dem Kanzelaltar seine Kraft und entsprechen seiner Majestät, wobei sie nicht nur funktionale, sondern auch dekorative Bedeutung haben. Als Abschluss der Kanzel ist ein Dach angedeutet, das aber nach oben hin offen ist: zu Gott.

So wie der Altaraufbau nach oben hin offen ist, so sollen auch die Menschen, die sich hier versammeln, offen sein für das Wort Gottes. Auf den Giebelschenkeln sitzen zwei Engelsfiguren, die den geschnitzten Wappenschild mit dem Helmzier der Herren von Lüchau tragen. Über der Kanzel ist eine Schalldeckel angebracht, eine spitz zulaufende Haube, deren unteres Gesims wieder von Engelsköpfen geziert wird. Vorne, in der Mitte der Haube, ist das Doppelwappen deren von Lüchau-Lützelburg angebracht, dahinter ein Posaunenengel. Der Posaunenengel auf dem Schalldeckel hat gleichsam die Funktion eines Herolds, der laut eine wichtige Botschaft, es ist das Evangelium, ankündigt. Ferner ist auf der Haube eine Sitzgruppe zu sehen, die die Verleihung der Prophetengabe an Jesaja darstellt. Als seitliche Figuren erkennen wir links Mose, der die Gesetzestafeln mit den Geboten der Gemeinde vorhält und so auf den Zusammenhang von Gesetz und Evangelium verweist und rechts sehen wir Johannes den Täufer, der mit langem Finger auf das Lamm Gottes weist, das die Sünde der Welt trägt. Im Auszug ist eine Engelsfigur sowie eine schräg gestellte Scheibe mit Wolkendekor zu sehen, dem Symbol des Himmels und für die Gegenwart Gottes unter den Menschen.

Kanzeldeckel: Seraphim

Die Decke

Bild:Die Decke der Kirche

Betrachten wir nun die Decke: An der Wand über dem Schalldeckel ist in Stuck eine Kartusche von Albini angebracht, die über die Wand hinaus in die Decke des Gotteshauses ragt und die den brandenburgischen Adler und ein Monogramm mit den Initialen "FWR" (Friedrich Wilhelm Rex - König Friedrich Wilhelm II. von Preußen) und der Jahreszahl 1793 zeigt. Das ist das Jahr der Instandsetzung unserer Kirche.
Richten wir unseren Blick weiter nach oben: Zu sehen ist die schön dekorierte Stuckdecke, ein Schmuckstück ländlicher Kirchenkunst, gefertigt ebenfalls im Jahre 1793, und zwar vom Bayreuther Hofstukkator Adam Rudolph Albini. Trotz dessen italienisch klingenden Namens - eigentlich hieß er Albin, veränderte ihn aber einer Modeerscheinung seiner Zeit folgend durch Anfügen eines i - war dieser ein deutschstämmiger Künstler, der ab 1745 am Bayreuther Hof tätig war. Sein Vater, ebenfalls Stukkator stammte aus Fulda und war auf Vermittlung des berühmten Baumeisters Johann Dientzenhofer nach Bamberg übersiedelt. Zeugnisse der Stuckkunst Albinis finden sich unter anderem im Alten Schloss der Eremitage, in Sanspareil und im Neuen Schloss Bayreuth sowie in einigen Kirchen des Bayreuther Umlandes.

kirchendecke (36K) Allerdings hätte nach dem Willen des damaligen Eckersdorfer Pfarrers Johann Christian Schmidt nicht er, sondern ein ganz anderer, nämlich der Trockauer Stukkator Johann Gerstendörfer die Arbeiten ausführen sollen. Doch der für den Kirchenbau zuständige Hofbauinspektor Riedel verfügte bei Strafe in einem Regierungserlass an den Pfarrer, dass nur einheimische Meister und Künstler, somit nicht Gerstendörfer, denn Trockau gehörte damals zum Fürstbistum Bamberg, zu beschäftigen seien. Also erhielt wie ursprünglich vorgesehen doch Albini den Auftrag, zwar nicht für die zunächst vorgesehenen 250 Gulden, sondern nur für 200 Gulden, so dass wie Riedel bemerkt "viele Zierarten meistens bis auf die Glorie in der Mitte wegbleiben" mussten. Dennoch ist Albini mit der Stuckdecke ein kunstgeschichtlich hervorragendes Werk gelungen. Die Mitte der Decke zeigt symbolisch die Trinität.
Der dreieinige Gott ist als gleichseitiges Dreieck dargestellt, in dessen Mitte das Auge Gottes zu sehen ist, ein beliebtes Motiv jener Zeit. Von da aus gehen nach allen Seiten goldene Strahlen aus, verziert mit Engelsköpfen. Als Zierrahmen schuf Albini an den vier Seiten der Kirchendecke Blätter- und Blütenranken, die an den Ecken besondere Verzierungen erfahren: Hier sind biblische Motive als Symbole des Glaubens zu sehen.

Das Vortragekreuz und das Lesepult

Lesepult Vortragekreuz

Das Vortragekreuz, findet man in jeder Kirche, ein auf einer Stange aufgesetztes Kruzifix, das bei Beerdigungen vorangetragen wird. Unsere Kirche hat gleich zwei.
Sie befinden sich für alle sichtbar in einem Halter links und rechts des Altars und stammen aus den Jahren 1678 bzw. 1783.
Wie der Altar wurde das ältere der beiden Vortragekreuze ebenso wie das üppig verzierte und im Ohrmuschelstil gehaltene Lesepult vom Kulmbacher Bildhauer Johann Georg Brenck gefertigt.
Lesepult und Vortragekreuz stammen aus dem Jahr 1678 und wurden von Michael Nebel und seiner Frau gestiftet.

Der Taufstein

Taufstein

Nicht bekannt ist der Name des Künstlers, der den Taufstein geschaffen hat, wohl aber seine Entstehungszeit. Er stammt aus dem Jahre 1673 und ist aus Sandstein gefertigt. Damals ließ der Kirchenpatron Christian Sigmund von Lüchau den alten abreißen und durch einen neuen, unseren jetzigen Taufstein ersetzen. Er weist die typische Kelchform auf, wobei den Abschluss eine Deckelkrone aus Holz mit Johannes dem Täufer als Bekrönungsfigur bildet.
Wie in der Barockzeit üblich zieren zudem Engel den Taufstein, der auch das Wappen derer von Lüchau zeigt. Er ist in der Nähe des Altars vor der Gemeinde platziert. Damit führt ein ideell gestrecktes Band vom Sakrament der Taufe zu dem des Abendmahls, von da leitet es hin zum Wort Gottes, das von der Kanzel kommt. Die Taufe geht auf Jesus zurück, schließlich ließ er sich von Johannes taufen und gab den Taufbefehl an seine Jünger weiter. Die Taufe ist ein sichtbares und wirksames Zeichen der Güte Gottes, gleichsam ein Hineintauchen in die Liebe Gottes. So hat er versprochen, immer für mich da zu sein, mir wieder zu vergeben und mir ewiges Leben zu schenken. Als manchmal zweifelnder Mensch, kann und darf ich mich auf die Zusage Gottes verlassen.
Zum Grundbestand einer Kirche gehört natürlich auch der Opferstock, der sich in unserer Kirche am Ausgang befindet: Hier wird für Arme und Notleidende gespendet. 1851 wurde dieser von dem Gemeindeglied K. B. gestiftet. Er ist aus Sandstein gefertigt und auf ihm ist ein Opferlamm abgebildet. Opfern bedeutet: Was ich bin und habe, gehört nicht mir allein. Indem ich etwas weitergebe, begegne ich Gott, der Macht des Schenkens.

Epitaphien

Epitaphien sind vom Grab unabhängige Gedächtnismale, die an den Kirchenwänden zu finden sind. Sie weisen vor allem auf priviligierte, meist adelige Personen oder den Kirchenpatron hin. Auch in unserer St.-Ägidius-Kirche kann man solche Epitaphien vorfinden:


Maria Susanna Margaretha von Lüchau, geb. von Lützelburg
Gemahlin des Christian Sigmund von Lüchau, Oberamtmann zu Crailsheim,
Kirchenpatron von Eckersdorf
(geb. am 3. September 1657; gest. am 24. Juli 1729)


Eva Jacobina Freifrau von Lützelburg, geb. Böcklin von Böcklinsau
Mutter von Maria Susanna Margaretha von Lüchau,
Witwe des 1670 gest. Heinrich Ernst von Lützelburg
(gest. am 28. September 1708)


Wolf Sigmund von Lüchau Obristleutnant und Oberamtmann zu Streitberg,
Ortsherr von Donndorf und Eckersdorf sowie hier Kirchenpatron von 1643 bis 1647,
war vermählt mit Maria Ursula von Künsberg zu Thurnau
(geb. am 28. Januar 1604; gest. am 8. September 1647)


Margaretha von Plassenberg, geb. von Füllbach
(gest. am 19. Mai 1570)

Die Kilianskapelle

Kilianskapelle Wandgemälde der Eckerdorfer Burg in der Kilianskapelle Wandgemälde in der Kilianskapelle

Die Kilianskapelle war der Vorgängerbau der St.-Ägidius-Kirche. Sie war als Schlosskapelle ursprünglich dem heiligen Kilian geweiht, was auf frühe Beziehungen zur Würzburger Kirche hinweist. In den Jahren 1983 bis 1987 wurde unsere Kilianskapelle restauriert, wobei unter vier Mal- und Putzschichten Fresken aus dem Jahre 1457 freigelegt wurden. Während dieser aufwändigen Arbeiten des Restaurators zeigte sich außerdem, dass sich darunter sogar noch zwei weitere Schichten mit noch älterer Malerei befinden. Die über viele Jahrhunderte hinweg mehrfach übertünchten Wände und die Decke brachten nach der Restaurierung schöne Fresken aus der Gotik (1457) ans Tageslicht.